
Eigenes Projekt
Manche Briefe kommen nie an. Doch sie leben weiter in denen, die warten.
Poshtomat ist eine Performance des physischen Theaters über Erinnerung, Abwesenheit und die unsichtbaren Verbindungen, die zwischen Menschen bleiben, die der Krieg getrennt hat.
Im vertrauten Raum eines Postamts verflechten sich sechs menschliche Geschichten. Ein Ort des Alltäglichen verwandelt sich nach und nach in einen Raum des Wartens, des Erinnerns, der Hoffnung und der unbeantworteten Fragen. Briefe werden mehr als Nachrichten — sie werden zu Gefäßen der Erinnerung, die Worte tragen, die nie gesagt, empfangen oder beantwortet wurden.
Mit Bewegung, physischem Theater und visuellen Bildern erzählt Poshtomat von denen, die weiter warten: auf Nachricht, auf Wiedersehen, auf eine Stimme — oder einfach auf Gewissheit. Statt einer einzelnen Erzählung entsteht ein kollektives Porträt von Leben, die der Krieg unterbrochen hat und die durch fragile Akte des Erinnerns verbunden sind.
Die Arbeit lädt dazu ein, Kommunikation nicht nur als Austausch von Worten zu verstehen, sondern als emotionalen Raum, in dem Anwesenheit und Abwesenheit nebeneinander bestehen.
Ein Brief ist nie nur Papier.
Er trägt Hoffnung.
Angst.
Stille.
Manchmal kommt er an.
Manchmal nie.
Ein Postamt ist gewöhnlich ein Ort, den man durchquert.
In Poshtomat wird es zu einem Ort, an dem die Zeit langsamer wird.
Wo Erinnerungen neben Paketen warten.
Wo Abwesenheit greifbar wird.
Sechs Geschichten entfalten sich in einem gemeinsamen Raum.
Sie kreuzen sich, ohne einander ganz zu begegnen — und zeigen Leben, geprägt von Verlust, Sehnsucht, Widerstandskraft und Hoffnung.
Die Performance versucht nicht, die Realität zu rekonstruieren.
Sie fragt: Was bleibt, wenn Worte die Menschen nicht mehr erreichen, für die sie geschrieben wurden?