
Eigenes Projekt
Die Zukunft kommt nicht. Sie sammelt sich an.
STILL ist eine immersive Performance darüber, wie individuelle Entscheidungen die gemeinsame Wirklichkeit formen.
Entstanden für den Tag der offenen Tür des Deutschen Bundestages, erkundet die Arbeit Freiheit nicht bloß als Recht, sondern als fortwährende Verantwortung. Sie fragt, was geschieht, wenn Menschen sich entscheiden zu handeln, zu zögern, zu schweigen — oder einfach zuzusehen.
Die Performance entfaltet sich durch eine Abfolge minimaler physischer Handlungen, die einen gemeinsamen Raum nach und nach verwandeln. Wasser, schwarzes Pigment, menschliche Körper und eine weiße Fläche werden zu lebendigen Metaphern der Konsequenz. Nichts ändert sich sofort. Jede Geste summiert sich. Jedes Zögern hinterlässt eine Spur.
Statt nach Schuldigen zu suchen, reflektiert STILL, wie Gesellschaften durch unzählige individuelle Entscheidungen geformt werden — getroffene, aufgeschobene, unterlassene.
Die Performance schlägt vor: Freiheit ist niemals passiv. Sie existiert nur durch Teilnahme, Verantwortung und die Bereitschaft zu antworten.
Freiheit ist Verantwortung.
Persönlich.
Kollektiv.
Untätigkeit ist auch eine Handlung.
Jede Entscheidung hinterlässt eine Spur.
Die Zukunft kommt nicht.
Sie sammelt sich an —
aus dem, was wir tun,
und aus dem, was wir unterlassen.
In STILL beginnt die Verwandlung fast unsichtbar.
Eine einzige Geste verändert das Wasser.
Niemand reagiert.
Die Farbe breitet sich aus.
Über Hände.
Über Körper.
Über den Raum.
Nicht weil jemand es erzwingt,
sondern weil niemand den Prozess unterbricht.
Die Performance sucht keine Antworten.
Sie stellt eine einzige Frage:
In welchem Moment wird Verantwortung zu unserer?